MTB Rocker

Author - Beate Schuschke

P-Weg – MTB-Marathon in Plettenberg– 45 km 1200 hm

Endlich in Plettenberg! Ein Jahr lang habe ich mich auf diesen schönen und abwechslungsreichen Marathon gefreut!

Letztes Jahr absolvierte ich diese Strecke in 2:21:22 und belegte Platz 11 in der Gesamtwertung und Platz 6 in meiner AK.

Das zu toppen war mein Ziel!

Ich durfte sogar zum ersten Mal aus dem ersten Block starten!

Der Startschuss fiel und es ging gleich rasant los.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h wurden die ersten Asphaltkilometer abgerissen. Dann ging es rein in den ersten langen Anstieg. Hier traf ich auf Vanessa Weber und Elisa Quinker.

Die nächsten Kilometer fuhren wir relativ nah beisammen.

Es war wie immer ganz schön anstrengend, aber dennoch lief es für mich eigentlich ganz gut. Bis Kilometer zwanzig…

Aber was wäre ein Rennen ohne ein Missgeschick?

Ich verlor doch tatsächlich in der ersten langen Abfahrt eine meiner Kontaktlinsen!!! Das ist mir noch NIE passiert!

Jeder der Linsen trägt, kann sich jetzt ganz genau vorstellen, was das bedeutet. Wurzeln, Schlammlöcher oder Dellen im Boden waren für mich einfach nicht mehr wirklich erkennbar. Vorausschauendes Fahren? Fehlanzeige!

Halb blind und ohne richtiges, räumliches sehen, blieb mir nichts anderes übrig, als an Geschwindigkeit rauszunehmen, denn einen Sturz wollte ich nicht riskieren.

Dadurch konnten mir die anderen beiden natürlich wegfahren.

So eine Sch….!

Nun gut, da hilft kein Jammern.

So gut es eben ging, habe ich versucht mich den Umständen anzupassen. Es war ein ganz schön harter Kampf, aber ich schaffte es nochmal an die beiden aufzufahren.

Elisa Quinker konnte ich dann auch überholen.

Vanessa Weber war in Sichtweite.

Meine Hoffnung lag darin, sie vielleicht auf dem letzten Straßenstück in Richtung Ziel überholen zu können.

Im Trail zur Stadt runter war sie dann auch direkt vor mir, aber Dank meiner bescheidenen Sicht, konnte ich diesen Part nicht so fahren, wie ich es gern gewollte hätte.

Dementsprechend war sie schneller unten und weg…..

Ich habe versucht, alles rauszuholen was ging, aber leider habe ich meine Kräfte bei der Aufholjagd aufgebraucht und so konnte ich sie einfach nicht mehr einholen.

So fuhr ich 16 Sekunden nach ihr über die Ziellinie.

Aber was soll´s? Ich wollte dieses Jahr meine Zeit verbessern und habe mehr als das geschafft!

Mit einer Zeit von 2:12:56 bin ich nicht nur schneller als letztes Jahr, sondern auch als zweite Dame Gesamt und zweite in meiner AK durchs Ziel gefahren. Zweimal Podium!

Das ist mehr als ich erwartet habe!

Ich bin trotz meines Malheurs absolut zufrieden und mega glücklich!!!

VOLL GEROCKT!  \\m//

Rennbericht: SKS Grafschaft – MTB-Marathon – 33 km 880 hm

Da man ja nie genug kriegen kann, wurde der Marathon in Grafschaft selbstverständlich auch noch mitgenommen.

Auch hier ging ich wieder ohne Mike, aber mit seiner vollsten Unterstützung an den Start. Mit dabei waren auch Teamkollegen Tobias und Anja Berg, die sich einen Startblock vor mir eingereiht hatten.

Als der Startschuss um 10:50 Uhr fiel, ging es auch gleich rasant los. Hier hieß es, möglichst viele Plätze, vor dem ersten von drei langen Anstiegen, gut zu machen und sich bis zu Anja und Nina Manzke durchzukämpfen.

Nach ca. 3 Kilometern fuhr ich dann auf die beiden und eine weitere Frau auf. Da natürlich jede von uns gerne die Nase vorn hätte, wurde ganz schön hart gefahren. Teilweise sogar über meinem Limit, denn zu diesem Zeitpunkt war ich alles andere als warm und kam so gar nicht in meinen Rhythmus.

Wenn die Aufregung mitfährt…

Dennoch konnte ich nach 5 Kilometern erst Anja und anschließend die unbekannte Dame hinter mir lassen.

Nina und ich kämpften weiterhin um unsere Positionen.

Fleißig strampelten wir uns den Anstieg hoch.

Erst lag ich vorne, dann überholte mich Nina und fuhr eine ganze Weile vor mir. Da sie aber den Abstand von ca. zehn Metern nicht weiter ausbaute, konnte ich „in Ruhe“ hinter ihr herfahren und auf die erste Abfahrt warten.

Als das Ende des Berges endlich erreicht war, und es somit in die ersehnte Abfahrt ging, schaltete ich direkt hoch und gab Gas!

So ließ ich auch Nina hinter mir.

Mir war klar, dass ich wahrscheinlich gerade die führende Dame war und damit von der Jägerin zur Gejagten wurde.

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Da Anja und Nina mega stark und immer für eine Überraschung gut sind, wurde die Sorge, dass sich eine von ihnen wieder heranfahren könnte, von nun an mein ständiger Begleiter.

Denn wer gibt die Führung schon gerne wieder ab?

Ich versuchte ein einigermaßen gleichmäßiges, aber doch zügiges Tempo zu finden, ohne dabei völlig zu überpacen und mich zudem nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich verkniff mir den Blick über die Schulter und ließ es einfach drauf ankommen.

Und das Glück blieb tatsächlich auf meiner Seite.

Es lief einfach rund. Alle weiteren Berge konnten konstant gefahren werden und die Abfahrten spulten sich fast von alleine ab.

Als die letzten acht Kilometer anstanden, wagte ich erstmals einen Blick zurück und obwohl ich keine von den Mädels mehr sah, traute ich mich trotzdem noch nicht auf einen Sieg zu hoffen.

Denn gerade auf den letzten Kilometern kann noch viel passieren.

sportograf-106075677_lowres.jpgErst als es in Richtung Zielgeraden ging, wusste ich, dass ich es geschafft hatte. Enorm motiviert sprintete ich die letzten Meter im Stehen den steilen Berg zum Ziel hinauf. Vorbei an Mike, der bereits auf mich wartete und anschließend über die erlösende Ziellinie. Die Ansage des Sprechers gab mir die Bestätigung. Ich hatte es geschafft! Mit einer Zeit von 01:41:05 war ich die erste Dame der Kurzdistanz und holte mir somit den zweiten Sieg in Folge. Ich glaubte zu träumen! Wie unglaublich war das denn?

Kurz darauf, 43,93 Sekunden später, die Zieleinfahrt von Nina Manzke. Und als dritte Frau (2. AK), mit einer Zeit von 01:44:45, Anja Berg. Tobi lief bereits nach 1:26:09 h im Ziel ein und holte sich damit Platz 3 in seiner AK.

Dreimal grün/schwarz auf dem Podium!

Besser geht´s eigentlich nicht!

Meeeeega Leistung! Herzlichen Glückwunsch euch allen!!!

WIR HABEN ES GEROCKT!  \\m//

Rennbericht: Nordenau – Kahler Asten Trailmarathon – 31 km 820 hm

Aus der Sicht von Beate:
Irgendwie hatte ich mal wieder so richtig Bock auf einen Marathon und beim Stöbern durch den Rennkalender bin ich auf den MTB Trailmarathon in Nordenau gestoßen.

Ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass Nordenau gar nicht so weit weg liegt. Also habe ich mich kurz entschlossen eine Woche vorher angemeldet.

Mit gepackten Taschen ging es Samstag morgen um neun Uhr los.
Mike natürlich als seelische Unterstützung mit dabei.
Bereits völlig nervös, machte mir jedoch das Wetter etwas sorge. Laut Regenradar sollte es ab elf Uhr trocken werden.
Hier befürchtete ich eine dicke Lüge, denn es regnete ohne Unterbrechung.
Bis zum Start um 12:05 Uhr war keine Besserung in Sicht.

Na dann…. Eben im Regen… Regenradar ist ein Lügner!!!

Kurz vorm Startschuss wünschte Mike mir noch viel Glück und gutes Durchkommen ohne Zwischenfälle und Stürze.

Na, wenn der wüsste…

Der Startschuss fiel.
Kurze Anfahrt in Matsche, dann der erste Asphaltanstieg. Nach 500m die eigene Ermahnung es nicht zu übertreiben. Die Muskeln sind schließlich noch kalt und man hat ja noch 30 km vor sich. Also mal schön runterschalten und warm werden.

Runterschalten? Hallo? Was ist denn jetzt los? 

Warum kann ich vorne nicht auf´s kleine Blatt schalten? Warum tut sich da nichts? Das kann doch jetzt echt nicht wahr sein! Wie soll ich denn so einen Marathon fahren? Womit zum Geier hab ich das verdient? Ich kann gar nicht beschreiben, was für Gedanken mir in diesem Moment durch den Kopf gegangen sind.

Fahre ich zurück zu Mike und er sieht mal nach?
Macht es überhaupt Sinn weiterzufahren?
Immerhin kommen die richtigen Anstiege ja noch….

Oh man, was mach ich denn jetzt?

Aufgeben? Echt jetzt? NEIN! AUFGEBEN IST KEINE OPTION!

Ich zieh das Ding hier jetzt durch und wenn ich als Letzte auf allen Vieren durchs Ziel komme! Ich bin hierher gekommen, um einen Marathon zu fahren und genau das werde ich jetzt auch machen!

Also war ab sofort der 11. Gang mein leichtester….

Auf in den persönlichen Kampf!

Jeder Berg wurde nun gut eingeteilt. Nicht zu langsam, damit ich nicht zu stark in die Pedale treten musste, aber auch nicht zu schnell, um mich nicht tot zutrampeln (Wenn das im 11. Gang überhaupt möglich ist).

Die Abfahrten so schnell es eben ging runter und währenddessen versuchen, den Beinen etwas Erholung zu verschaffen.

Auf die Art lief es eigentlich ganz gut und nach zehn Kilometern bin ich auf Daniela Aschoff aufgefahren.

Da ich weiß, dass sie zu den Top-Kandidatinnen gehört, war ich schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich mit meiner defekten Schaltung so gut durchkomme.

Nach kurzem Smalltalk wünschte sie mir noch viel Glück und dass ich das auch ohne die ersten zehn Gänge schaffen werde. Motivationsschub pur!

Also ging es weiter. Berge weiterhin eingeteilt, Abfahrten weiterhin so schnell wie möglich…. Die Trails konnte eh keiner so richtig fahren… Da hieß es, wer am besten rutscht, ist als Erstes unten.

Dank der Night on Bike konnte ich prima rutschen! War dieses Jahr ein super Training! So schaffte ich völlig sturzfrei auch die nächsten 20 km. Der letzte Kilometer wurde allerdings noch mal richtig anstrengend. So gut alle vorherigen Anstiege auch irgendwie zu schaffen waren, so hart waren die letzten beiden. Die Sorte kurz und knackig! Im 11. Gang schon ne Nummer. Das Vorderrad ging immer wieder hoch und der ganze Antrieb war wie verrückt am knarzen. Ich war mir sicher, die Kette macht das nicht mehr lange mit und fliegt mir gleich daher. Aber zum Glück hielt doch alles irgendwie zusammen.

Da kam auch schon die letzte steile bergab Kurve, wo Mike bereits auf mich wartete und mir zurief, dass ich mich bloß links halten soll, um die Zieleinfahrt nicht zu verpassen.

Und dann fuhr ich doch tatsächlich, völlig unerwartet und mit zehn fehlenden leichten Gängen, mit einer Zeit von 01:48:09, als erste Dame durchs Ziel! Der Wahnsinn!!! Ich kann es selbst kaum glauben!! Was für ein besonderer Tag! Meeega glücklich!!

Gerockt!  \\m//

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Willingen – Mein Angstrennen

Dieses Jahr hatte ich mich dazu entschlossen, beim Bike-Festival in Willingen zu starten. Kurzstrecke: 52,68 km – 1422 Höhenmeter.

Je näher der Tag kam, desto banger wurde mir allerdings, da ich vorab schon so einiges zu hören bekam!

„Willingen ist schon ´ne harte Nummer“
„Die Berge sind ganz schön lang, die musst Du Dir echt gut einteilen“
„Übertreib es nicht am Anfang“
„Vorsicht bei den Trails, da gibt es viele Stürze“
„Achte auf rumliegende Trinkflaschen“
„Pass hier auf…, pass da auf…, pass dort auf… und und und…“

Dann noch der Dauerregen….
Oh je, was habe ich mir nur dabei gedacht? Hoffentlich geht das gut.
Am Tag des Rennens dann endlich der erhoffte blaue Himmel und somit trocken von oben! Das ist doch mal was.

Auf zum Festivalgelände!

Um kurz vor halb acht haben Anja, Tobi und Mike ihre Plätze in der Startaufstellung eingenommen, während ich selbst noch eine halbe Stunde Zeit bis zum Start hatte. Da wir ziemlich spät dran waren, ging es für die drei auch direkt los. Viel Glück und Kette rechts!

In der Zeit machte ich mich auf zu Block C und trotz der ganzen vorherigen Aufregung, kam so langsam etwas Ruhe über mich. Jetzt hieß es warten, bis es losgeht.

Und endlich war der Moment da! Der Startschuss fiel und nach und nach kam Bewegung in die Masse.

Nach kurzer Ortsdurchfahrt ging es auch direkt zu den ersten 350 Höhenmetern. Hier konnte ich bereits einige Plätze gut machen.
Mit meinem Start war ich schon mal zufrieden.
Dann kamen leider die schwierigen Phasen. Vermatschte, rutschige Wege und Trails. Keine Möglichkeiten zum Überholen. Schlammschlacht pur. Die ersten Stürze, Schiebepassagen. Volles Programm! Und schließlich mein eigener Sturz, da ich mit dem Hinterrad auf einer Grasnabe ausgerutscht bin. Nix passiert… Aufstehen… Weiterfahren… Verdammt, wieso geht das nicht? Oh nein! Kettenklemmer!! Ich könnt kotzen!!!

Während alle Teilnehmer, die ich bereits überholt hatte, einer nach dem anderen, wieder an mir vorbeifuhren, quälte ich mich mit meiner Kette ab. Sie war so verkeilt, ich konnte sie einfach nicht lösen. Mir kam schon die Befürchtung, dass das Rennen für mich vorbei ist, als sich endlich etwas bewegte. Mit einem letzten Anfall von Wut, konnte ich die Kette befreien und alles wieder an Ort und Stelle platzieren.

ENDLICH ging es weiter. Stück für Stück erkämpfte ich mir einen Teil meiner verlorengegangenen Plätze zurück. Zwischenzeitlich ein kurzer Blick auf´s Tacho. Fahrzeit: 1:12 h, Strecke: 16 km.

Waaaas??? Oh man… Ich dachte, ich hätte längst die ersten 20 km hinter mich gebracht! Wie lange soll das Rennen denn dauern??
Egal! Das wird schon. Noch geht’s mir gut, noch läuft es.
Also weiterkämpfen, weiterstrampeln… Auch 52 km sind irgendwann vorbei. Nach ca. 25 Kilometer kamen einige besser zu befahrende Abschnitte und die Kilometer spulten sich, im Gegensatz zu vorher, regelrecht ab. Es lief beinah einwandfrei. Beinah! Wegen meiner verdreckten Reifen, legte ich fast noch einen Sturz auf einem Asphaltstück hin. Viel zu schnell kam ich in die Kurve und das Hinterrad ist weggerutscht. Hab´s mit Ach und Krach noch hingekriegt. Puh, Glück gehabt! Mit klopfendem Herzen ging es weiter…

Die letzten Höhenmeter standen an. Kraftreserven waren noch vorhanden, daher konnte ich diese gut bewältigen.
Das Ziel war zwar noch nicht zu sehen, aber schon zu hören.
Dies gab mir noch mal Schwung für die letzten Trails.
Und dann war sie endlich zu sehen: die Zielgerade! Stolz wie Oskar und froh heile angekommen zu sein, fuhr ich durch den Zielbogen.

Anja, Tobi und Mike warteten bereits auf mich. Alle wohlbehalten angekommen. Sehr beruhigend.

Mit meiner Zeit von 3:30:02 habe ich es auf Platz 19 Gesamt von 96 Damen geschafft und in meiner Altersklasse Platz 12. Ich bin absolut zufrieden.

Und was soll ich sagen? War doch gar nicht so schlimm!

Willingen war geschafft, Willingen war GEROCKT!

Beate

Name: Beate

Bike: ZR Race

Lieblingsstrecke: flowige Trails

Größte Erfolge: 3 Platz SKS Bike Marathon Sundern

Pläne in der Zukunft: 2er Team bei NoB

Das sagt das Team über mich:

  • viel zu schnell trotz schwerem Bike

Bilder: