Saisonabschluß in Langenberg

02. Okt 2016

aus der Sicht von Anja Berg So, nun neigt sie sich also dem Ende zu, meine erste MTB-Rennsaison.

Nee, damit kann ich mich noch nicht anfreunden, zu viel Spaß macht mir das Ganze: das Training davor, die Aufregung vor dem Start, die ganze Rennatmosphäre und dann natürlich das Rennen an sich… Meeega!! 

Also schnell noch einen Marathon rausgesucht: Langenberg. Das klingt doch gut! 36 km mit 1000 Höhenmetern! Allerdings das erste Mal ohne meinen Mann (er hat am Tag danach ein Rennradrennen und das wäre ja wohl etwas too much.). Aber sein Namensvetter und unser Teamkollege Tobias fährt dort auch die Kurzdistanz und so ist es schnell beschlossen: mein Geburtstagsgeschenk wird dort seinen ersten Marathon erleben! Damit ist mein neues schwarzes Ghost Lector gemeint, in das ich TOTAL verschossen bin! Mal schauen, ob ich mit den großen 29″Reifen noch ein paar Minuten rausholen kann… und hoffentlich kommt nichts dran an das gute Stück! 

Wir werden sehen, auf jeden Fall fahren Tobi und ich morgens um 7.30 gutgelaunt los Richtung Sauerland, bei bestem Wetter wohlgemerkt. Eigentlich war unbeständiges Wetter mit sogar Gewitter angesagt… Gegen solche spontanen Wetteränderungen haben wir mal gar nichts einzuwenden! In Langenberg angekommen suchen wir uns einen nicht allzu weit entfernten Parkplatz, holen die Startnummern, ziehen uns flott um, kurz warmgefahren und ab gehts in Richtung Startaufstellung.

Ein paar Minuten noch…wie wird die Strecke wohl sein… hab ich mich richtig vorbereitet… wir wünschen uns viel Glück und viel Spaß…

DA!! der Startschuß!! Und wieder Adrenalin pur!! 

Ich versuche schnell weiter nach vorne durchzufahren, klappt ganz gut, allerdings ist das Tempo schon ziemlich schnell, aber ist ja schließlich auch ein Rennen, also immer weiter Vollgas! Mal sehen wie lang ich das so halten kann. An den Bergen wird dann ja eh ein anderes Tempo gefahren. Und es kommen lange Berge, irgendwo müssen die 1000 Höhenmeter ja auch versteckt sein. 

Es ist eine wirklich schöne, abwechslungsreiche Strecke: lange und nicht ganz so steile Anstiege, wenig Asphalt, ab und an mal ein „klebriges“ Wiesenstück (wie hatte es Tobias früher auch schonmal beschrieben: ein Boden wie Knetmasse!), zur „Erholung“ mal ein Stück Waldautobahn, dann wieder sehr wurzellastige Downhills und Singletrails; alles dabei was Spaß macht! 

Und eben auch diese ganz kurzen und ganz, ganz steilen Anstiege über Steine und Felsen. 

Wie auch immer es passiert ist, mir rutscht auf einem Felsenstück das Vorderrad weg und ZACK wirft es mich zu Boden! Hoffentlich ist nichts am Rad kaputt! Schnell aufgehoben, puuuuh, sieht bis auf den äußersten Rand vom Griff alles gut aus, zum Glück! 

Die „Alles gut bei dir?“-Nachfrage vom Vordermann beantworte ich mit „Ja, alles ok“ und fahre weiter. Ich würde es ja nicht zugeben, aber Schulter (mit kleinem Lenker-Tatoo vom drauf landen) und mein linker Unterarm schmerzen etwas, aber egal, würde mich eh nicht am Weiterfahren hindern und wie sagt man so schön: Nur die Harten kommen in den Garten;-)! Also weiter gehts! 

Meine Kraftreserven reichen noch um weiter Gas zu geben und langsam aber sicher werden die verbleibenden km und Höhenmeter auch absehbar. Und dann gehts auf den laut meinem Garmin letzten Kilometer, die Höhenmeter sind auch voll, also noch einmal alles raushauen was geht und jetzt bloß nicht überholen lassen… 

Ich kämpfe mich noch einmal an die Fahrerin vor mir heran, die ich auch unterwegs immer mal wieder traf.. und fahre ein paar Sekunden danach über die Ziellinie! 

GESCHAFFT! Hammer, lief das Rad super! Kurz nach mir fährt auch Tobias über die Ziellinie, auch bei ihm hat alles gut geklappt. Super, die Rocker sind im Ziel! Mit Zeiten von 01:59:24 und 02:10:18 sind wir sehr zufrieden. 

Etwas frierend warten wir auf den Mann mit dem Ergebnislisten-Zettel… Juchuuuuu, 2. Platz AK! Bin ich happy, das hat sich ja gelohnt! Und der Glücksstein den mir meine Kinder extra für die Rennen geschenkt haben und den ich bei jedem Rennen in der Tasche dabei habe, hat wieder einen guten Job gemacht!

Schnell umziehen, leckere Nudeln essen, ein Schwätzchen mit den mittlerweile vielen bekannten Gesichtern halten und dann die Siegerehrung.


Danke Tobias fürs Fotos schießen und fürs Mitnehmen! Das war ein toller Saisonabschluss. 

Ich bin gespannt auf die nächste Saison!

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