MTB Rocker

Rennbericht: Nordenau – Kahler Asten Trailmarathon – 31 km 820 hm

Aus der Sicht von Beate:
Irgendwie hatte ich mal wieder so richtig Bock auf einen Marathon und beim Stöbern durch den Rennkalender bin ich auf den MTB Trailmarathon in Nordenau gestoßen.

Ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass Nordenau gar nicht so weit weg liegt. Also habe ich mich kurz entschlossen eine Woche vorher angemeldet.

Mit gepackten Taschen ging es Samstag morgen um neun Uhr los.
Mike natürlich als seelische Unterstützung mit dabei.
Bereits völlig nervös, machte mir jedoch das Wetter etwas sorge. Laut Regenradar sollte es ab elf Uhr trocken werden.
Hier befürchtete ich eine dicke Lüge, denn es regnete ohne Unterbrechung.
Bis zum Start um 12:05 Uhr war keine Besserung in Sicht.

Na dann…. Eben im Regen… Regenradar ist ein Lügner!!!

Kurz vorm Startschuss wünschte Mike mir noch viel Glück und gutes Durchkommen ohne Zwischenfälle und Stürze.

Na, wenn der wüsste…

Der Startschuss fiel.
Kurze Anfahrt in Matsche, dann der erste Asphaltanstieg. Nach 500m die eigene Ermahnung es nicht zu übertreiben. Die Muskeln sind schließlich noch kalt und man hat ja noch 30 km vor sich. Also mal schön runterschalten und warm werden.

Runterschalten? Hallo? Was ist denn jetzt los? 

Warum kann ich vorne nicht auf´s kleine Blatt schalten? Warum tut sich da nichts? Das kann doch jetzt echt nicht wahr sein! Wie soll ich denn so einen Marathon fahren? Womit zum Geier hab ich das verdient? Ich kann gar nicht beschreiben, was für Gedanken mir in diesem Moment durch den Kopf gegangen sind.

Fahre ich zurück zu Mike und er sieht mal nach?
Macht es überhaupt Sinn weiterzufahren?
Immerhin kommen die richtigen Anstiege ja noch….

Oh man, was mach ich denn jetzt?

Aufgeben? Echt jetzt? NEIN! AUFGEBEN IST KEINE OPTION!

Ich zieh das Ding hier jetzt durch und wenn ich als Letzte auf allen Vieren durchs Ziel komme! Ich bin hierher gekommen, um einen Marathon zu fahren und genau das werde ich jetzt auch machen!

Also war ab sofort der 11. Gang mein leichtester….

Auf in den persönlichen Kampf!

Jeder Berg wurde nun gut eingeteilt. Nicht zu langsam, damit ich nicht zu stark in die Pedale treten musste, aber auch nicht zu schnell, um mich nicht tot zutrampeln (Wenn das im 11. Gang überhaupt möglich ist).

Die Abfahrten so schnell es eben ging runter und währenddessen versuchen, den Beinen etwas Erholung zu verschaffen.

Auf die Art lief es eigentlich ganz gut und nach zehn Kilometern bin ich auf Daniela Aschoff aufgefahren.

Da ich weiß, dass sie zu den Top-Kandidatinnen gehört, war ich schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich mit meiner defekten Schaltung so gut durchkomme.

Nach kurzem Smalltalk wünschte sie mir noch viel Glück und dass ich das auch ohne die ersten zehn Gänge schaffen werde. Motivationsschub pur!

Also ging es weiter. Berge weiterhin eingeteilt, Abfahrten weiterhin so schnell wie möglich…. Die Trails konnte eh keiner so richtig fahren… Da hieß es, wer am besten rutscht, ist als Erstes unten.

Dank der Night on Bike konnte ich prima rutschen! War dieses Jahr ein super Training! So schaffte ich völlig sturzfrei auch die nächsten 20 km. Der letzte Kilometer wurde allerdings noch mal richtig anstrengend. So gut alle vorherigen Anstiege auch irgendwie zu schaffen waren, so hart waren die letzten beiden. Die Sorte kurz und knackig! Im 11. Gang schon ne Nummer. Das Vorderrad ging immer wieder hoch und der ganze Antrieb war wie verrückt am knarzen. Ich war mir sicher, die Kette macht das nicht mehr lange mit und fliegt mir gleich daher. Aber zum Glück hielt doch alles irgendwie zusammen.

Da kam auch schon die letzte steile bergab Kurve, wo Mike bereits auf mich wartete und mir zurief, dass ich mich bloß links halten soll, um die Zieleinfahrt nicht zu verpassen.

Und dann fuhr ich doch tatsächlich, völlig unerwartet und mit zehn fehlenden leichten Gängen, mit einer Zeit von 01:48:09, als erste Dame durchs Ziel! Der Wahnsinn!!! Ich kann es selbst kaum glauben!! Was für ein besonderer Tag! Meeega glücklich!!

Gerockt!  \\m//

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Beate Schuschke

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